Hintergrund und Zielsetzung der Untersuchung

Der nationale Bericht des MindPlay-Projekts für Rumänien liegt nun vor. Darin wurden mithilfe quantitativer und qualitativer Methoden die Erfahrungen im Zusammenhang mit dem psychischen Wohlbefinden, der Sicherheit und der frühzeitigen Förderung von Kindern im frühen Schulalter (insbesondere im Alter von 6 bis 9 Jahren) in Rumänien untersucht.

Ziel der Untersuchung war es, die bei Kindern beobachteten emotionalen, verhaltensbezogenen, sozialen und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, die aktuellen Praktiken der Früherkennung und Förderung sowie die Kompetenzlücken und Entwicklungsbedürfnisse von Lehrkräften, Schulleitern, Entwicklungsspezialisten und Eltern zu untersuchen.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der Untersuchung die Erwartungen an kindgerechte, in der Praxis leicht anzuwendende Instrumente untersucht, die im Rahmen des MindPlay-Projekts entwickelt werden sollen.

Teilnehmer

Insgesamt nahmen 93 Personen aus den folgenden Zielgruppen an der Fragebogenumfrage teil:
• 45 Lehrkräfte (Grundschule)
• 29 Eltern
• 10 Schulleiter
• 9 Schulpsychologen und Beratungslehrer
An der Fokusgruppenuntersuchung nahmen Fachkräfte und Experten aus dem Bildungsbereich teil.

Wichtige Forschungsergebnisse

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung ist, dass psychische und Verhaltensprobleme im schulischen Alltag keine vereinzelten Phänomene sind.

Zu den am häufigsten genannten Problemen zählen Konzentrationsschwierigkeiten, soziale Konflikte mit Gleichaltrigen, aggressives oder feindseliges Verhalten, Hyperaktivität und Impulsivität, Ängste, psychosomatische Beschwerden sowie Rückzug.

Auf der Grundlage der Fokusgruppendiskussionen identifizierten die Teilnehmer besonders wichtige Herausforderungen wie die zunehmende Ungeduld der Kinder, Schwierigkeiten bei der Emotions- und Verhaltensregulation, die Häufigkeit von Konflikten mit Gleichaltrigen, die Auswirkungen übermäßiger Bildschirmzeit, eine abnehmende Frustrationstoleranz sowie die Tatsache, dass es Kindern oft schwerfällt, zwischen spielerischen Situationen und echter Aggression zu unterscheiden.

Die Untersuchung machte zudem deutlich, dass die Unterstützung von Kindern nicht ausschließlich eine pädagogische Angelegenheit ist: Sie erfordert die Zusammenarbeit zwischen Schule, Familie und Fachkräften. Die Stärkung der Früherkennung, die Verbesserung der Kommunikation zwischen Schule und Eltern sowie die Bereitstellung praktischer Unterstützung für Lehrkräfte und Fachkräfte kristallisierten sich als vorrangige Bereiche heraus.

Erwartungen an die MindPlay-Tools

Die Teilnehmer halten ein MindPlay-Tool für nützlich, wenn es gleichzeitig die frühzeitige Erkennung, pädagogische Entscheidungsfindung und eine auf die Altersmerkmale der Kinder zugeschnittene Förderung unterstützt. Eine wichtige Erwartung ist, dass das Tool nicht als klinisches Diagnosesystem fungieren soll, sondern vielmehr in der alltäglichen pädagogischen Praxis Hilfe beim Erkennen und Deuten von Problemen sowie bei der Wahl geeigneter pädagogischer Reaktionen bieten soll.
Das MindPlay-Tool sollte die folgenden Hauptfunktionen unterstützen:
• Früherkennung und Entscheidungshilfe: Unterstützung bei der Erkennung emotionaler, verhaltensbezogener, aufmerksamkeitsbezogener und sozialer Schwierigkeiten sowie Anleitung für weitere pädagogische oder fachliche Schritte.
• Spielbasierte und interaktive Bedienung: Beobachtung der Reaktionen, der Kooperationsbereitschaft, der Selbstregulierung und der sozialen Funktionsfähigkeit der Kinder in einem motivierenden, altersgerechten Format für die Altersgruppe der 6- bis 9-Jährigen.
• Visuelle und leicht verständliche Struktur: Erleichterung der Einbindung der Kinder und der schnellen Anwendung durch Lehrkräfte durch visuelle, leicht interpretierbare Aufgaben.
• Strukturiertes Feedback: Bereitstellung klarer, pädagogisch interpretierbarer Informationen über den Zustand, die Entwicklung und den Förderbedarf des Kindes.
• Einfache und schnelle Handhabung: Lässt sich leicht in den Schulalltag integrieren und erfordert keine lange Vorbereitung, keine besonderen technischen Kenntnisse und keinen nennenswerten Zeitaufwand.
• Digitale und physische Zugänglichkeit: Ist digitalbasiert, aber auch physisch nutzbar, sogar mit ausdruckbaren oder greifbaren Elementen zur Unterstützung des Einsatzes im Unterricht.

Danksagungen

Die Offenheit, das professionelle Engagement und die Kooperationsbereitschaft der Eltern, Lehrkräfte, Einrichtungsleiter und Fachkräfte, die an der Umfrage teilgenommen haben, haben maßgeblich zur erfolgreichen Durchführung der Studie beigetragen. Die Rückmeldungen der Befragten zeigen, dass die Förderung des psychischen Wohlbefindens von Kindern ein gemeinsames Anliegen ist, bei dem verschiedene Akteure eine echte, lösungsorientierte Partnerschaft anstreben.

Die aktive Teilnahme und der konstruktive Beitrag im Einklang mit den Projektzielen ermöglichten es, Forschungsergebnisse zu erzielen, die auf realen Bedürfnissen und Erfahrungen basieren.

Wir möchten hiermit allen Teilnehmenden unseren aufrichtigen Dank für ihre wertvolle Unterstützung, ihre Zeit und ihren engagierten Beitrag zum Erfolg dieser Studie aussprechen!

Das MindPlay-Team in Rumänien

Die Pressemitteilung steht hier zum Download bereit.